Geschichte von El Hierro
Es lässt sich nicht eindeutig nachweisen, wann El Hierro besiedelt wurde, man vermutet jedoch, das die letzte Phase der Steinzeit auf der Insel nur etwa 500 – 600 Jahre zurückliegt.
Auf eine frühe Besiedlung weisen die zahleichen Concheros hin, sowie die Steinkreise, die als Versammlungs- und Ratsplätze der Altkanarier galten. Die Herreños, auch Bimbaches genannt, hatten es vermutlich nicht leicht, an den steilen Küsten an Land zu gehen, Verbindungen zu den Nachbarinseln mussten spärlich gewesen sein. Allerdings besagt eine Legende, das die Herreños durch eine Frau aus La Gomera das Feuermachen lernten.
Der Name „Hierro“ hat nichts mit dem spanischen Wort „Eisen“ zu tun, da es auf der Inseln nicht vorkommt. Da die Ureinwohner ihre Insel, Fero, Hero oder Esero nannten, was soviel bedeutet wie hart, fest oder stark. Man vermutet, das damit der riesige Felsblock im Meer beschrieben wurde. Hera oder Hero wird aber auch mit Brunnen in Verbindung gebracht, da es auf der Insel keine Quellen, aber Brunnen gibt, läge diese Vermutung nahe.
Der portugiesische König Alfonso IV schickte im 14. Jahrhundert eine Expedition los, die zur Aufgabe hatte, unerforschte Inseln zu erkunden. 1341 landeten die portugiesischen Seeleute erstmals auf El Hierro.
Im Jahre 1405 erreichte Jean de Béthencourt den Süden El Hierros. Er war im Auftrag des kastilischen Königs unterwegs und hatte bereits Fuerteventura und Lanzarote erobert, nachdem er zuvor an Gran Canaria und La Palma gescheitert war. Durch eine geschickte List beendete er auf El Hierro die Herrschaft des Königs Armiche und das Volk der Ureinwohner geriet in Sklaverei. Dadurch und auch durch die neuen Siedler, die von den Eroberern mitgebracht wurden, verlor sich die steinzeitliche Kultur schnell. Die Ureinwohner wurden getauft und viele der Frauen mit den neuen Herrschern verheiratet, sodass schon nach wenigen Jahrzehnten die Völker vermischt waren. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde das ehemalige Dorf Amoco in Santa María de Valverde umbenannt und zum Hauptort der Insel gemacht.
Christoph Kolumbus steuerte El Hierro auf seiner zweiten Reise an und verbrachte 19 Tage auf der Insel, bis er am 3. Oktober 1493 mit einem kräftigen Passatwind im Rücken, die Segel setzte.
Durch Dürre – und Hungerjahre und auch durch politische Krisen wanderten viele der Insulaner, vorzugsweise nach Venezuela, Puerto Rico oder Kuba, aus. Im Jahre 1949 stachen die ersten Segelschiffe zur Atlantiküberquerung in See und einige der kaum seetauglichen Schiffe kehrten auch wieder zurück.
Für Madrid wurde El Hierro erst im 19. Jahrhundert interessant. Freigeister, Politiker und Militärs wurden auf die Insel verbannt. Die Inselbevölkerung profitierte in sofern davon, da Dr. Leandro Pérez, der aus politischen Gründen verbannt wurde, der erste Mediziner auf der Insel war.
Ehe im 15. Jahrhundert Amerika entdeckt wurde, galt El Hierro als das äußerste Ende der Welt. Durch Claudius Ptolemäus wurde daher im Jahre 150 der, durch El Hierro laufende, Ferro Meridian als Nullmeridian definiert.
Nach diesem Nullmeridian sind zahlreiche Landkarten vom 17. bis ins 19. Jahrhundert hin, ausgerichtet worden. Als 1884 Greenwich als Nullmeridian festgelegt wurde, verschwand die Bedeutung des Ferro-Meridians langsam.
Im Jahre 1899 wurde das Rathaus von Valverde durch einen Großbrand vernichtet und mit ihm das Inselarchiv, das seit 1553 geführt wurde. Zur gleichen Zeit brach eine Pockenepidemie aus, auf Dürre folgten Regenfluten. Im Jahre 1912 wurden die Gemeinden Valverde und La Frontera gegründet und die Inselnverwalten sich seither selbst.