Kanarische Inseln

Die Kanarischen Inseln sind vor allem wegen ihres milden Klimas berühmt, das als das angenehmste der Welt gilt. Der Kanarische Archipel besteht aus sieben Hauptinseln: in der Mitte liegen Teneriffa, die auch “Insel des ewigen Frühlings” genannt wird und Gran Canaria, westlich davon die “kleinen Kanaren” La Palma, La Gomera und El Hierro, im Osten der Inselgruppe, nur etwa 100 Kilometer von Afrika entfernt, liegen Lanzarote und Fuerteventura.

Die Inseln sind allesamt vulkanischen Ursprungs, was durch schroffe Vulkankegel und graue Aschenfelder noch deutlich erkennbar ist. Die meisten Vulkane sind inaktiv, doch der letzte Ausbruch von 1971 auf La Palma deutet darauf hin, dass zumindest unter dieser Insel noch einiges in Bewegung ist. Das Klima ist auf allen Kanarischen Inseln mild, ausgeglichen und überwiegend sonnig. Mit den nicht allzu heißen Sommern und den warmen Wintern wechseln sich die Jahreszeiten ohne große Temperaturschwankungen ab. Das Wetter wird vom Nordostpassat bestimmt, der für eine ständige frische Brise auf den Inseln sorgt. Die Wolken, die dieser Wind ebenfalls mit sich führt, bringen meist nur den im Nordosten gelegenen Inseln Regen, so dass Fuerteventura und Lanzarote überwiegend trocken und vegetationsarm bleiben. Wegen der gleichbleibend milden Temperaturen haben die Kanaren das ganze Jahr über Saison; die Hauptreisezeit ist im Winter und findet in der Weihnachts- und Osterzeit ihre Höhepunkte.

Teneriffa
Sie ist die größte Insel des Kanarischen Archipels und wegen ihres milden und gesunden Klimas besonders in den unwirtlichen Wintermonaten für kältemüde Mittel- und Nordeuropäern ein beliebtes Reiseziel. Die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife, die „Stadt des heiligen Kreuzes“ ist sowohl das Wirtschafts- und Verwaltungszentrum der Insel. Ihre idyllische Lage am Fuße der Hochebene von La Laguna und die gepflegte und großzügige Erscheinung der Stadt macht Santa Cruz auch zu einem viel besuchten Touristenzentrum. Mit schönen Gärten, weitläufigen Parkanlagen und den typisch kanarischen Villen und Wohnhäusern verbindet Santa Cruz das Treiben einer stetig wachsenden Großstadt mit buntem und malerischem Lokalkolorit. Die Reize der Hafenstadt erschließen sich den Besuchern bei einem ausführlichen Stadtbummel. Zeigen sich die Außenbereiche noch modern und überwiegend industriell geprägt, trifft man in der Altstadt viele interessante Plätze, verwinkelte Gassen und eine große Anzahl von Restaurants und Cafés an. Kosmopolitisches Hafenleben herrscht rund um die Plaza de Espana und die Plaza de la Candelaria. Hier findet beinahe rund um die Uhr ein geschäftiges und turbulentes Treiben statt, das sich zwischen kleinen Läden, orientalischen Händlern, Freiluftcafés und Nachtlokalen abspielt. Zu den Sehenswürdigkeiten in Santa Cruz zählen das Archäologische Museum, die Iglesia de la Concepcion, das Teatro Guimerà und nicht zuletzt das Casino de Tenerife.

Etwas kleiner, doch nicht weniger reizvoll stellt sich die Stadt Puerto de la Cruz an der Nordküste Teneriffas dar. Zwar ist die Stadt stark durch den Massentourismus geprägt, doch jenseits der großen Hotelanlagen zeigt sie sich noch von ihrer ursprünglichen Seite. Der ehemalige Fischerhafen und das im spanischen Kolonialstil erbaute Stadtzentrum mit seinen Straßenhändlern und den orientalisch anmutenden Basaren laden zum Bummeln und Stöbern ein. Dank seines ausgeglichenen Klimas gedeiht die Vegetation in Puerto besonders üppig und abwechslungsreich; herrliche Exoten wie Zimtbäume und Kaffeestauden kann man im Botanischen Garten bewundern.

Ebenfalls sehenswert ist La Orotava, das für seine prächtigen Feste zu Ostern und an Fronleichnam sowie die wunderschönen alten Häuser mit ihren kunstvollen Holzbalkonen berühmt ist.

Das Gefühl, in eine bizarre und beinahe außerirdisch anmutende Welt geraten zu sein, verspricht ein Ausflug in den Parque Nacional del Teide mit seiner unwirklichen Vulkanlandschaft. Die Mondlandschaft Las Canadas besteht aus den “Ruinen” eines riesigen Vulkans im Zentrum von Teneriffa. Lava- und Ascheschichten wechseln einander ab und brachten faszinierende Schattierungen von Gelb, Rot, Braun und Grau hervor. Der Pico del Teide, der mit seinen 3.717 Metern der höchste Berg der Insel ist, kann mit einer Seilbahn bequem erreicht werden. Wanderer, die ihn zu Fuß erklimmen möchten, sei festes Schuhwerk und eine gute Kondition empfohlen. Die Aussicht vom Gipfel auf Teneriffa und die umliegenden Inseln ist unbeschreiblich und das herrliche Panorama macht die Mühen des Aufstiegs mehr als wett.

La Palma
Sie wird von den Einheimischen “Isla Verde”, die grüne Insel genannt, und das mit gutem Grund: etwa 40 % der Insel ist mit Kiefern- und Lorbeerwäldern bewachsen, die in manchen Gegenden an einen Urwald erinnern. Im Süden von La Palma dominieren dagegen die öden und dennoch faszinierenden Vulkanlandschaften. Santa Cruz de la Palma besticht durch seine wunderschönen Gebäude die in reinstem spanischen Kolonialstil errichtet wurden. Die Insel ist besonders für Natur- und Wanderfreunde geeignet, da es kaum Badestrände gibt, dafür jedoch optimale Wandermöglichkeiten.

La Gomera
Von der Aussteigerinsel zum Wanderparadies – La Gomera ist ein wahres Eldorado für Wanderer, Biker und alle, die Natur pur in relativer Abgeschiedenheit genießen wollen. Die Hafenstadt San Sebastian mit seinem alten Zollhaus ist es wert, dass man ihr die Zeit für einen ausgiebigen Bummel widmet. Eine Besonderheit der Insel ist die nur auf La Gomera existierende Pfeifsprache „El Silbo“, mit der sich die Einheimischen über Schluchten und Täler hinweg verständigen.

El Hierro
Diese kleine Insel hat sich gänzlich dem sanften Tourismus verschrieben: im Jahr 2000 zum Biosphärenreservat erklärt, setzt El Hierro auf Individualurlauber, die zum Wandern und Erholen hierher kommen und denen auch der im Winter oftmals herrschende dichte Nebel nicht aufs Gemüt schlägt.

Gran Canaria
Hier herrscht Strandleben pur. Doch Gran Canaria hat mehr zu bieten als lange Sandstrände: Dünen wechseln sich mit fruchtbaren Landstrichen ab, die in der Mitte der Insel in zerklüftetes Felsland übergehen. In Las Palmas, der kosmopolitischen Hauptstadt von Gran Canaria herrscht Tag und Nacht pulsierendes Leben, bei dem Jung und Alt auf ihre Kosten kommen. An der berühmt-berüchtigten Playa del Inglés, wo sich Hotels an Einkaufszentren und Fastfoodrestaurants reihen, wird das Thema Massentourismus nicht nur für Engländer groß geschrieben.

Fuerteventura und Lanzarote
Diese beiden Inseln können ihren vulkanischen Ursprung am wenigsten verbergen. Während man auf Fuerteventura kilometerlange goldgelbe Sandstrände mit eingeführtem Sahara-Sand aufgeschüttet hat, gibt sich Lanzarote überwiegend schroff und nur auf den ersten Blick unwirtlich. Hier findet man Kakteen in vielen Erscheinungsformen, die die ansonsten vorherrschende Lava- und Mondlandschaft auf skurrile Art beleben. Auf Fuerteventura wird die sandige Wüstenlandschaft dagegen von in den Tälern eingestreuten Palmenhainen aufgelockert. Surfer finden hier die besten Bedingungen auf den gesamten Kanaren vor.